ETFs (Exchange Traded Funds) sind eine der beliebtesten Anlagemöglichkeiten unserer Zeit. Sie sind einfach zu handeln, günstig und bieten Zugang zu einer Vielzahl von Märkten und Asset-Klassen. Doch so unkompliziert ETFs auch erscheinen, es gibt typische Fehler, die vielen Anlegern unterlaufen und die ihre Rendite erheblich schädigen können. Hier erfährst Du, welche fünf Fehler Du unbedingt vermeiden solltest und wie Du Deine ETF-Investitionen erfolgreicher gestalten kannst.


Fehler 1: Kein klares Anlageziel

Bevor Du überhaupt in ETFs investierst, solltest Du wissen, warum Du investierst. Möchtest Du für den Ruhestand sparen, ein Vermögen für Deine Kinder aufbauen oder einfach nur Dein Geld gegen Inflation schützen? Ohne ein klares Ziel läufst Du Gefahr, planlos zu handeln.

Warum das problematisch ist:

Ohne ein Ziel fehlt Dir die Orientierung. Du könntest Dich von kurzfristigen Marktschwankungen aus der Ruhe bringen lassen und impulsive Entscheidungen treffen – etwa Deine ETFs zu verkaufen, wenn die Kurse sinken, oder zu riskante Investments einzugehen, um vermeintlich schnelle Gewinne zu erzielen.

Lösung:

Definiere Dein Anlageziel und Deinen Anlagehorizont. Wenn Du langfristig investierst, solltest Du nicht von kurzfristigen Marktschwankungen beeinflusst werden. Schreibe Deine Ziele auf und halte Dich daran. So kannst Du Deine Strategie auch in turbulenten Zeiten beibehalten.


Fehler 2: Mangelnde Diversifikation

ETFs bieten eine einfache Möglichkeit, in eine breite Palette von Aktien, Anleihen oder anderen Assets zu investieren. Doch selbst hier kann es zu einer unzureichenden Diversifikation kommen. Viele Anleger kaufen ETFs, die zu stark in eine Region, Branche oder ein einzelnes Unternehmen investiert sind.

Beispiel:

Vielleicht entscheidest Du Dich für einen ETF, der den DAX abbildet. Klingt gut, oder? Doch der DAX umfasst nur 40 Unternehmen und ist stark auf bestimmte Branchen wie Industrie und Automobil konzentriert. Wenn diese Branchen Probleme haben, wird auch Dein Portfolio leiden.

Warum das problematisch ist:

Ein mangelnd diversifiziertes Portfolio birgt ein höheres Risiko, da es stark von den Entwicklungen weniger Unternehmen oder Branchen abhängt. Damit verlierst Du den größten Vorteil eines ETFs: die Streuung des Risikos.

Lösung:

Achte darauf, dass Deine ETFs global und über verschiedene Sektoren diversifiziert sind. Ein MSCI World ETF oder ein All Country World Index (ACWI) ETF kann eine gute Grundlage sein, da er Tausende von Unternehmen weltweit abbildet.


Fehler 3: Market Timing

„Ich warte auf den nächsten Kursrückgang, bevor ich investiere“ – das sagen viele Anleger und verpassen dabei oft die besten Chancen. Market Timing, also der Versuch, den perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt zu finden, ist extrem schwierig, selbst für Profis.

Warum das problematisch ist:

Studien zeigen, dass Anleger, die versuchen, den Markt zu timen, langfristig schlechter abschneiden als diejenigen, die einfach investiert bleiben. Der Grund: Die besten Tage an der Börse kommen oft unerwartet, und wenn Du diese verpasst, kann Deine Rendite erheblich leiden.

Beispiel:

Hättest Du in den letzten 20 Jahren die 10 besten Tage an der Börse verpasst, wäre Deine Rendite drastisch gesunken. Niemand weiß im Voraus, wann diese Tage kommen.

Lösung:

Anstatt zu versuchen, den perfekten Zeitpunkt zu finden, solltest Du regelmäßig investieren. Mit einem Sparplan kannst Du monatlich in ETFs einzahlen und so den Durchschnittskosteneffekt nutzen. Dabei kaufst Du mal zu höheren, mal zu niedrigeren Preisen und glättest so das Risiko.


Fehler 4: Die Kosten unterschätzen

ETFs sind im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds günstig. Doch das bedeutet nicht, dass Kosten keine Rolle spielen. Es gibt verschiedene Arten von Kosten, die Deine Rendite schleichend reduzieren können:

  • TER (Total Expense Ratio): Diese laufenden Kosten werden oft in Prozent angegeben und erscheinen auf den ersten Blick gering. Doch bei hohen Anlagesummen und über viele Jahre summieren sie sich.
  • Ordergebühren: Diese entstehen beim Kauf und Verkauf von ETFs.
  • Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis des ETFs.

Warum das problematisch ist:

Kleine Kostenunterschiede machen über einen langen Zeitraum einen großen Unterschied. Ein ETF mit einer TER von 0,4 % kostet Dich langfristig deutlich mehr als einer mit 0,1 %, selbst wenn der Unterschied gering wirkt.

Lösung:

Vergleiche die Gesamtkosten der ETFs, bevor Du investierst. Nutze Broker, die günstige oder kostenlose Sparpläne anbieten, und vermeide häufiges Kaufen und Verkaufen, um Transaktionskosten zu reduzieren.


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Fehler 5: Emotionale Entscheidungen

Emotionen sind der größte Feind eines erfolgreichen Investors. Angst und Gier können dazu führen, dass Du Deine Strategie änderst oder impulsiv handelst.

Beispiel:

Wenn die Märkte fallen, könnten Deine Emotionen Dich dazu drängen, Deine ETFs zu verkaufen, um Verluste zu vermeiden. Wenn die Kurse steigen, könntest Du aus Angst, etwas zu verpassen (FOMO), überhastet in den Markt einsteigen.

Warum das problematisch ist:

Emotionale Entscheidungen führen oft dazu, dass Anleger teuer kaufen und billig verkaufen – das genaue Gegenteil einer erfolgreichen Anlagestrategie.

Lösung:

Halte Dich an Deine Strategie, unabhängig davon, was am Markt passiert. Ein schriftlicher Plan kann helfen, rationale Entscheidungen zu treffen. Zudem kann es hilfreich sein, die Nachrichtenlage zu ignorieren, da sie oft kurzfristig und emotional aufgeladen ist.


Wie Du Fehler vermeidest und erfolgreich investierst

ETFs sind ein starkes Werkzeug für den Vermögensaufbau, aber sie sind kein Selbstläufer. Indem Du diese fünf Fehler vermeidest, kannst Du Deine Erfolgschancen erheblich verbessern:

  1. Setze Dir klare Ziele und bleibe langfristig fokussiert.
  2. Diversifiziere Dein Portfolio, um Risiken zu reduzieren.
  3. Versuche nicht, den Markt zu timen, sondern investiere regelmäßig.
  4. Achte auf die Kosten und halte sie so niedrig wie möglich.
  5. Lass Emotionen nicht die Oberhand gewinnen und bleibe Deiner Strategie treu.

Indem Du diese Prinzipien beherzigst, kannst Du nicht nur typische Fallstricke vermeiden, sondern auch langfristig von den Vorteilen des Investierens in ETFs profitieren. Viel Erfolg auf Deinem Weg zum Vermögensaufbau!

Kategorien: ETF

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